Öffentlich-rechtliche Sturzflüge

notjewassert
via

Nachdem das Moderationsniveau eines unerträglichen Johannes B. Kerner von Beginn seiner Sendung einen trudelnden Sturzflug beschrieb, folgten die „Breaking News“ bei heute nacht:

Notwasserung auf dem Hudson River! 150 Passagiere kommen mit dem Schrecken davon!

Das ist Reality-TV in der ersten Reihe, liebe Zuschauer! Spannender als jede Insolvenz, wilder als jedes Dschungelcamp und aufreibender als jede Abspeckshow. Ein spontanes Drama ohne abgehalfterte D-Promis, ohne embedded anchormen. Hier schwimmern echte fette Menschen in eiskaltem Wasser ums nackte Überleben. UNFREIWILLIG!
Der live zugeschaltete Korrespondent zeichnet ein Bild des Grauens: dramatische Szenen sollen sich abgespielt haben, von „Hautabschürfungen“ ist die Rede. Geschlagene 7 Minuten, immerhin die Hälfte der Sendung, wird der Vorfall ausgeschlachtet. Wolle, das Wahnwitzige Wollknäuel von Welt, fragt, ob es denn in Gaza heute keine „Hautabschürfungen“ gegeben hätte…

Man ist sichtlich bemüht, der Öffentlichkeit weiszumachen, die Absturzursache sei noch ungeklärt. Man warnt vor voreiligen Schlüssen, spekuliert jedoch über einen Zusammenstoß mit einem Vogelschwarm. „Bird Impact“. Wer in aller Welt soll da noch an einen Zufall glauben? Und viel wichtiger: Können ein gewisser Mister Hitchcock und ein gewisse Madame du Maurier posthum dafür belangt werden, dass sie dem internationalen Terrorismus mit einer angeblich fiktiven Geschichte in die Hände spielten?

Doch wie so oft in jüngster Zeit hat das behäbige Urgestein, das sich „professioneller Journalismus“ nennt, seine Rechnung ohne die neuen Medien gemacht. Denn bereits VOR der Notwasserung bloggte mehr als die Hälfte der 150 Passagiere über Mobiltelefone auf Twitter. Feeds die aufgrund eines technischen Fehlers angeblich nicht mehr abrufbar sind.
Die Augenzeugen berichteten, eine Turban tragende, bärtige Möwe hätte sich mit den Worten „Allah ist groß“ in die Turbine des Airbus 320 geworfen.


1 Antwort auf “Öffentlich-rechtliche Sturzflüge”


  1. 1 Anonym 18. Januar 2009 um 16:55 Uhr

    Haha, sensationell, dieses Unvermögen der CIA! Allerdings muss folgendes gesagt werden: Das als fundamental-islamistische Möve getarnte Flugobjekt war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sogenanntes „Micro Air Vehicle“, also ein vom US-Militär entwickelter Flugroboter, der ursprünglich dafür konzipiert war, gefährliche oder unzugängliche Kriegsgebiete zu erforschen. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder, die CIA-Luschen sind über der Fernsteuerung eingeschlafen und haben die rund 37 Millionen Dollar teure „Möve“ bereits auf ihrem Jungfernflug verbraten. Oder aber – und das scheint mir mindestens ebenso plausibel – GWB unternimmt alles, um vor Ablauf seiner Amtszeit empfindliches Kriegs-Knowhow der arabischen Liga zuzuspielen. Eines Tages soll sich Amerika reumütig an seine harte Hand erinnern.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.