Archiv für Januar 2009

Die Operation frisst Ihre Kinder

Auch Ihre Kinder können Operation Operation treffen

Operation Operation – Demo EP

Operation Operation nennt sich eine Truppe Berliner Rockenthusiasten. Ein Bandname wie eine chinesische Fingerfalle: Wer nur flüchtig über den Sinn der Formel nachdenkt, ist gefangen und dreht sich auf ewig im Kreis. Handelt es sich um einen taktisch geplanten chirurgischen Eingriff? Einen Eingriff in den Eingriff? Ein militärisches Engagement unter dem Deckmantel der eigenen Bezeichnung? Es hat keinen Zweck, man wird verrückt und ist dann gerade richtig auf dem Konzert der drei Operatoren, die seit gut zwei Jahren gemeinsam in Rock machen, sich aber bisher nicht auf die Bühne getraut haben. Stattdessen haben sie die Zeit damit verplempert, in einem schimmligen Kellerloch auf ihre Plattensammlungen zu onanieren, alte Evan Dando-Interviews zu rezitieren und vom großen Stardom zu träumen.

So weit, so unspektakulär, wären da nicht zwei feine EPs, die fast nebenbei entstanden sind und uns zugespielt wurden. Darauf dokumentiert sind ein unbändiger Geltungsdrang, ein unausgeglichener Hormon-Haushalt, eine ungesunde Vorliebe für diverse Suchtmittel, ausreichend kreativer Irrsinn und ein fundamentales Verständnis für alles, was die alte Erzählung Rock auch heute noch so spannend macht. Denn so kyptisch der Name der Formation, so klar ist ihre Mission. Operativer Schwerpunkt: Gitarrenriffsezieren am offenen Herzen unter Basstrommelfeuer.

Wer diese EPs hat, hat’s also gut. Leider sind sie sehr schwer zu bekommen. Die erste Auflage wurde nie veröffentlicht, die zweite ging komplett nach Japan. Allerdings sollen die marginalen privaten Restbestände noch diese Woche in einem bekannten Berliner Sexclub verschoben werden. Ganz nebenbei haben die Halbgötter in Camouflage dann auch noch ein operatives Stelldichein mit dem kranken Publikum und es kursieren Gerüchte von multipler Membranophonie. Ob sie in unschuldigen Kitteln oder im ebenso blutrunstügen Camouflage-Look auf die Bühne kommen, bleibt abzuwarten. Auf Ihren Bandfotos tragen sie vorsichtshalber gar nichts.
Eines scheint jedoch sicher zu sein: Die Operation frisst Ihre Kinder. Und wenn sie Ihre Kinder nicht erwischt, dann halt ihre eigenen oder wer sich sonst noch vor die Bühne traut. Ein schöneres Ambiente als die brutal sexuell aufgeladene Atmosphäre dieses verruchten Clubs kann man sich für dieses Ereignis kaum vorstellen.

Wer uns treffen will: Wolle hängt am Andreaskreuz und Oliver in der Fickschaukel. See you.

Wolli & Olli

22.01. Operation Operation – 22h, Live @ Sage Club Berlin
Free Entry mit dem Passwort „Hot Karl“

Graffiti-Häschen

graff-bunny

Zeit, unsere Vorliebe für Bunnies kundzutun

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Der Althaus-Effekt

COX SWAIN Ski-/Snowboardhelm BONE, Farbe: Winter Camo, Größe: 58-62cm

Am Neujahrstag 2009 hielt nicht nur die Ski-Welt den Atem an: Bei einem schweren Pisten-Unfall fiel eine Slowakin dem thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus zum Opfer.

Ein nur scheinbar unwichtiges Detail: Herr Althaus trug einen Helm, seine Unfallgegnerin nicht. Der Ministerpräsident überlebte, die vierfache Mutter nicht. Fast drei Woche nach dem Vorfall zeigt ein Blick auf die Amazon.de Bestseller das folgende überraschende Bild: Auf Platz 3, der Ski-/Snowboardhelm BONE! (In Winter-Camouflage). Gefolgt von weiteren Skihelmen auf den Rängen 15, 16, 21 und 25. Ein Zufall?!

Herr Althaus wird sich nach seiner Genesung unangenehme Fragen nach Schleichwerbeverträgen mit der Skihelm-Industrie gefallen lassen müssen.

Doch der tragische Vorfall birgt auch Hoffnung auf eine humoristische Weiterentwicklung: Der von Monty Python eingeführte gigantische Stiefel oder das absurd große 16 t Gewicht, die beide Moderatoren abzustellen pflegen, könnten künftig durch einen Skifahrer ersetzt werden. Noch besser: In Zeiten digitalen, beinahe interaktiven Fernsehens, wäre eine »Althaus-Taste« auf der Fernbedienung wünschenswert. Diese würde dem Zuschauer erlauben, Quälgeister wie Johannes B. Kerner wortwörtlich »wegzuzappen«. Eben mit einem Ministerpräsidenten, der mit ca. 50 km/h durchs Fernsehbild rauscht und den Moderator von der Fernseh-Piste putzt.

Aus der Reihe »Musiker, die wie Lebensmittel heißen«

Jah Batta - Argument

Öffentlich-rechtliche Sturzflüge

notjewassert
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Nachdem das Moderationsniveau eines unerträglichen Johannes B. Kerner von Beginn seiner Sendung einen trudelnden Sturzflug beschrieb, folgten die „Breaking News“ bei heute nacht:

Notwasserung auf dem Hudson River! 150 Passagiere kommen mit dem Schrecken davon!

Das ist Reality-TV in der ersten Reihe, liebe Zuschauer! Spannender als jede Insolvenz, wilder als jedes Dschungelcamp und aufreibender als jede Abspeckshow. Ein spontanes Drama ohne abgehalfterte D-Promis, ohne embedded anchormen. Hier schwimmern echte fette Menschen in eiskaltem Wasser ums nackte Überleben. UNFREIWILLIG!
Der live zugeschaltete Korrespondent zeichnet ein Bild des Grauens: dramatische Szenen sollen sich abgespielt haben, von „Hautabschürfungen“ ist die Rede. Geschlagene 7 Minuten, immerhin die Hälfte der Sendung, wird der Vorfall ausgeschlachtet. Wolle, das Wahnwitzige Wollknäuel von Welt, fragt, ob es denn in Gaza heute keine „Hautabschürfungen“ gegeben hätte…

Man ist sichtlich bemüht, der Öffentlichkeit weiszumachen, die Absturzursache sei noch ungeklärt. Man warnt vor voreiligen Schlüssen, spekuliert jedoch über einen Zusammenstoß mit einem Vogelschwarm. „Bird Impact“. Wer in aller Welt soll da noch an einen Zufall glauben? Und viel wichtiger: Können ein gewisser Mister Hitchcock und ein gewisse Madame du Maurier posthum dafür belangt werden, dass sie dem internationalen Terrorismus mit einer angeblich fiktiven Geschichte in die Hände spielten?

Doch wie so oft in jüngster Zeit hat das behäbige Urgestein, das sich „professioneller Journalismus“ nennt, seine Rechnung ohne die neuen Medien gemacht. Denn bereits VOR der Notwasserung bloggte mehr als die Hälfte der 150 Passagiere über Mobiltelefone auf Twitter. Feeds die aufgrund eines technischen Fehlers angeblich nicht mehr abrufbar sind.
Die Augenzeugen berichteten, eine Turban tragende, bärtige Möwe hätte sich mit den Worten „Allah ist groß“ in die Turbine des Airbus 320 geworfen.